Das Leben in Wien – aus dem Blickwinkel einer Studentin

Neben „Mozartkugeln“ (obwohl Mozart eigentlich aus Salzburg kommt), „Sachertorte“ und „Wiener Schnitzel“, gibt es da noch ein paar andere sehenswürdige Dinge in Wien!

Dies ist ein Land mit royaler Geschichte, weshalb Spuren dieser Kultur überall zu sehen sind. Wenn euch dieser Stil gefällt, werdet ihr es genießen, denn Wien ist dafür bekannt seine atemberaubende Geschichte zu pflegen und zu erhalten. Aus diesem Grund hat man manchmal das Gefühl „die Zeit stehe still“. Die Stadt ist auch wegen ihrer wunderschönen Architektur, hochrangiger Klassischer Musik und vieler Kulturveranstaltungen bekannt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Wien altmodisch ist. In der Innenstadt kann man zwar in Kutschen in royalem Stil gefahren werden, doch fährt unterirdisch ein „extrem“ schnelles Verkehrsmittel. Manche werden sagen, dass das Leben in Wien langsamer ist als das in Belgrad. Doch ich glaube, man bekommt einen solchen Eindruck dadurch, dass hier alles nach einem Zeitplan geregelt ist, weshalb man auch keinen Grund hat irgendwohin zu eilen und zu rennen, weil hier niemand und nichts zu spät kommt. Natürlich kommt es auch hier ab und zu vor, dass etwas nicht nach Zeitplan läuft, doch dies kommt eher selten vor…

Auf der anderen Seite gibt es hier viel Grün. Echte Pflanzen. Und was noch viel wichtiger ist, die Stadt ist sehr sauber – was die beste Kombination ist! Aus diesem Grund habt ihr vielerlei Orte zum Genießen und Ausruhen. Sucht euch einen aus!

Wien gilt als auch als eine der sichersten Städte! Dies kann man der Stadt Wien verdanken. Dennoch empfehle ich euch nicht zu später Stunde öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder in kleinen dunklen Gassen zu spazieren.

Etwas, was ich hier in Wien spüre ist eine große Harmonie. Die Funktionalität und Organisation der ganzen Stadt erwecken dieses Gefühl. Es gibt hier keine mies gelaunten Angestellten, die alles an mir auslassen, keine Omas, die sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln unverschämt an einem vorbeischubsen und um die Plätze kämpfen, oder Ähnliches. Ganz im Gegenteil sind hier alle (oder der Großteil) nett und geduldig. Es verblüfft und überrascht mich positiv zur gleichen Zeit. Wie sollte es anders sein, wenn ich doch aus einem anderen Land gekommen bin. Selbstverständlich gibt es auch in Serbien Ausnahmen, doch diese sind so selten wie Perlen im Sand, um mal die Wahrheit zu sagen.

Es ist natürlich schon vorgekommen, dass sich die Medizinschwestern in Warteräumen aufregen, weil ich nicht ganz alles verstanden habe. Aber wenn ich erkläre, dass ich in Wien ein Neuankömmling bin und mich für mein schlechtes deutsch entschuldige, dann werden sie wieder nett, geduldig und freundlich.

Generell haben hier die Studenten freie Tage und Ferien, was man als Student an der Universität Belgrad nicht hat. Neben den Winterferien, welche drei Wochen dauern (im Dezember und Januar), gibt es im Februar Semesterferien, welche einen Monat dauern und im April gibt es zehn freie Ferientage! Und nicht zu vergessen die 14 staatlichen Feiertage im Jahr. Nun ja, an was Besseres gewöhnt sich der Mensch viel schneller.

Etwas was mich hier begeistert sind Kleinigkeiten im Alltag, welche durchaus die Gesellschaft und Kultur ausmachen. Zum Beispiel kann es nicht passieren, das man von den Angestellten in einem Supermarkt nicht mit einem Lächeln gegrüßt wird, sie einem einen schönen Tag wünschen oder ein schönes Wochenende (wenn es Freitag ist), egal ob man was gekauft hat oder nicht. Dies zeigt meiner Meinung nach wieder diese Harmonie. Denn dies ist ein richtig katholisches Land: sie haben viele Feiertage und der Sonntag ist für sie ein Ruhetag, denn sonntags ist alles geschlossen. Euch werden auch die Öffnungszeiten überraschen, insbesondere wenn ihr es gewohnt seid in den „Tempo“ um Mitternacht zu gehen, welcher 24 Stunden die Uhr offen hat.

Im Winter werdet ihr die weihnachtlichen Tage genießen, da es in jedem Wiener Gemeindebezirk einen Christkindlmarkt gibt mit Holzhäuschen, wo Weihnachtsdekoration, Süßigkeiten oder Glühwein in verschiedenen Geschmackssorten, um sich bei niedrigen Temperaturen zu wärmen, angeboten werden. Aber Vorsicht mit dem Wein, denn erst wenn ihr wieder in einen warmen Raum kommt, werdet ihr merken wie viel ihr nicht hättet trinken sollen! Spaß bei Seite, der allerschönste Christkindlmarkt steht vor dem Wiener Rathaus, wo auch jedes Jahr eine künstliche Eisbahn im Freien steht.

Man kann sagen, dass der Nachteil Wiens die Öffnungszeiten sind. Zum Beispiel
sind die Öffnungszeiten unter der Woche bis 19 Uhr, samstags haben manche Geschäfte bis 17 Uhr geöffnet, andere bis 18 Uhr und am Sonntag ist in Wien alles geschlossen, bis auf drei Läden, welche immer überfüllt sind. Deshalb empfehle ich euch Milch und Brot besser Samstags zu kaufen, als sonntags. Doch ehrlich gesagt macht mir dies nichts aus neben den positiven Seiten, die diese Stadt anbietet. Als Nachteil könnte man auch noch das Wetter anführen. Hier ist es etwas kühler als in Belgrad und oft ist es hier sehr windig. Aber mit der Zeit gewöhnt sich der Mensch an alles.

Dennoch ist das Leben aus dem Blickwinkel eines Touristen ganz anders, als jener eines Studenten, der hier wohnt. Meiner Meinung nach hat man sowohl als Tourist, wie auch als Bewohner der Stadt Wien seine Vor- und Nachteile. Ich hoffe jedoch, dass ihr, egal ob als Touristen oder zukünfige Bewohner dieser wundervollen Stadt, mehr positive Seiten Wiens kennenlernen werdet, genau so wie ich als Studentin dieser Stadt !

Mediensektor – OSSA Wien,

Sandra Radovanović

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